Energie ist teuer, Erdgas knapp – und alte Häuser können sehr ineffizient sein. Ein paar Tipps zum Energiesparen. Am meisten bringt aber etwas, das die Mieter nicht selbst erledigen können.

Der Unterschied zwischen einer gut und einer schlecht gedämmten Wohnung kann in Sachen Energiebedarf riesig sein:

  • Bei einer 60 Quadratmeter-Wohnung in einem wenige Jahre alten, gut gedämmten Mehrfamilienhaus können das im positiven Fall etwa 2400 Kwh Heizenergie pro Jahr sein. Beim aktuellen Gaspreis entspricht das etwa 500 Euro Heizkosten im Jahr.
  • Das andere Extrem: Bei einer vergleichbar großen Wohnung in einem Altbau mit hohe Decken, zugigen Fenstern und kalten Wänden, an dem nie etwas gemacht wurde, können die jährlichen Heizkosten auf über 3000 Euro steigen.

Früher, als viele Häuser, die heute Altbauten sind, entstanden, war die Energieeffizienz noch kein Thema.

Beste Lösung: Energetische Sanierung

Am meisten bringt es, wenn die Vermieter*innen das Haus energetisch sanieren. Doch eine Kombi aus neuen Fenstern, Dachdämmung, Außendämmung und Kellerdeckendämmung kann insgesamt je nach Hausgröße 100.000 Euro und mehr kosten. Viele Hausbesitzer*innen wollen oder können diese Investition nicht leisten.

"Am meisten bringt es, wenn eure Vermieter*innen das Haus energetisch sanieren."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Vielleicht kann es etwas bringen, sich mit anderen Mietern im Haus zusammen zu tun und das Thema immer wieder beim Vermieter anzusprechen. Die Sanierung wird vom Staat finanziell gefördert, außerdem können danach auch die Mieten angemessen erhöht werden. Vielleicht hilft auch ein Hinweis darauf, dass in Zukunft bei schlecht gedämmten Häusern die Vermieter den größten Teil der CO2-Abgabe zahlen müssen.

Kleinere Eingriffe auf Kosten des Vermieters

Wenn man nicht gleich das große Besteck auspacken möchte, gibt es mehrere Schrauben, an denen man vorher noch drehen kann – auch das allerdings mit Erlaubnis der Vermieter*innen:

  • Prüfen lassen, ob die Fenster noch richtig schließen und die Dichtungen noch okay sind.
  • Rollladenkästen nachträglich dämmen lassen.
  • Die Vermieter bitten, eine Heizungswartung durchführen zu lassen: allgemeiner Check, hydraulischer Abgleich, Heizkörper entlüften.
  • Heizkörpernischen dämmen, also Dämmmaterial hinter den Heizkörpern anbringen. Wer das selbst machen möchte, sollte es trotzdem mit dem Vermieter absprechen, weil ein gewisses Schimmelrisiko besteht.

Maßnahmen ohne Vermieter

Kleine Maßnahmen bringen zwar weniger, sind aber besser als nichts:

  • Ihr könnt zum Beispiel die Zugluft reduzieren – zum Beispiel mit neuen Fensterdichtungen, die ihr selbst in die Fenster klebt. Oder auch mit Stoffschlangen, die ihr unten vor die Haustür legt und eventuell mit Vorhängen an der richtigen Stelle.
  • Außerdem spart es Energie, wenn statt 21 Grad Raumtemperatur nur noch 19 oder 20 eingestellt sind. Und stoßlüften statt die Fenster dauerhaft auf Kipp zu lassen.
  • Vielleicht kann man die Heizung in manchen Räume auch ganz auslassen – etwa im Schlafzimmer, wenn man sich ohnehin gerne in einem kalten Raum unter die Decke kuschelt.
  • Digitale Heizkörperthermostate können auch eine Option sein, damit hat man die Temperaturen besser unter Kontrolle.
  • Moderation:  Markus Dichmann
  • Gesprächspartner:  Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova