Warum riechen manche Pupse schlimmer als andere? Schuld ist das Essen - vor allem proteinreiche Kost. Bodybuilder kennen das. Durch ausgewogene Ernährung kann man aber vorbeugen.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Ihr könnt etwas dafür tun, dass eure Pupse nicht so sehr stinken. Die Ernährung bestimmt nämlich den Pups-Geruch - oder besser gesagt -Gestank. Dazu gibt es Untersuchungen. Und das dürfte besonders Arno interessieren: Er hat uns nämlich mit seinem Kommentar bei Facebook zum Thema Eier-Essen geschrieben, dass man es an den Abwinden riechen würde, ob das Essen gesund war.

Screenshot von der Deutschlandfunk-Nova-Facebookseite
© Deutschlandfunk Nova
Screenshot unserer Deutschlandfunk-Nova-Facebookseite

In Teilen hat Arno mit seiner These recht. Wobei es richtiger wäre, zu sagen, dass die Geruchsintensität unserer Abwinde ein Indiz dafür ist, wie ausgewogen wir uns ernährt haben. 

Proteinhaltige Nahrung macht Gestank 

Eine Forscherin von der Monash University in Australien hat vor ein paar Jahren den Geruch von Pupsen untersucht und festgestellt, dass vor allem Cystein für den üblen Geruch verantwortlich ist. Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die in bestimmten Proteinen enthalten ist, die unter anderem bei Milchprodukten, Fleisch und Eiern vorkommen. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Sabrina Loi sagt, Bodybuilder kennen das. Laut der Forscherin riechen deren Pupse besonders oft weniger gut, weil Bodybuilder zum Muskelaufbau häufig Proteine zu sich nehmen. 

"Die Blähungen von Bodybuildern riechen wohl sehr übel, sagt die Forscherin. In Fitnesskreisen werden die auch ganz liebevoll "Protein Farts" genannt."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk Nova

Die Luft, die aus unserem Darm kommt, besteht aus verschiedenen Komponenten – unter anderem aus Schwefelwasserstoff. In einem Experiment hat die Forscherin geschaut, wann am meisten Schwefelwasserstoff entsteht. Schwefelwasserstoff entsteht im Darm dadurch, dass die Bakterien unsere Nahrung zersetzen - und es stinkt eben besonders intensiv. 

Für ihren Test nahm die Forscherin Exkremente von Menschen und versetzte sie mit verschiedenen Stoffen, die in unserer Nahrung vorkommen - unter anderem mit Stärke, Oligofruktose, Flohsamenschalen und Cystein. Über vier Stunden hinweg hat sie dann alle fünf Minuten nachgemessen, wie hoch die dadurch entstandene Schwefelwasserstoffkonzentration war. Ergebnis: Beim Cystein stieg die Produktion von Schwefelwasserstoff um das siebenfache.

Stärke und Oligofruktose neutralisieren den Geruch von Pupsen

Einen gegenteiligen Effekt bemerkte die Forscherin bei der resistenten Stärke und der Oligofruktose. Beides sind Stoffe, die von unseren Verdauungsenzymen im Darm nicht abgebaut werden können. Die Forscherin mischte diese beiden Stoffe mit jenen Fäkalien, die Cystein enthielten. Das Ergebnis: Die Produktion von Schwefelwasserstoff war um 90 Prozent geringer. 

"Wenn man Sachen isst, die viel resistente Stärke oder Oligofruktose enthalten, stinken die Pupse nicht so sehr. Hilfreich sind Weizen, Getreide, Spargel oder Hülsenfrüchte."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk Nova

Bei Hülsenfrüchten wie Linsen oder Bohnen müssen wir also vielleicht öfter Pupsen. Jetzt wissen wir aber auch: Die Pupse riechen dann nicht so schlimm. Und wenn wir Eier oder Fleisch essen, dann wären Kartoffeln dazu eine gute Idee. 

Insofern hat Arno mit seinem Kommentar bei uns auf der Facebookseite vollkommen recht, wenn er schreibt: "Schön Spiegelei auf Bratkartoffeln." Wenn ihr also die Proteine aus den Eiern mit der Stärke aus den Kartoffeln miteinander kombiniert, werden die Gase im Darm neutralisiert.

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