Hamburger für das Footballteam und Chips auf Verordnung für den Baseballer: Das sollte für Sportler die Ausnahme bleiben, sagt die Sportwissenschaftlerin Christine Graf.

Eigentlich vermeiden Sportler sehr fettige und salzige Nahrung. Es gibt aber ein aktuelles Gegenbeispiel: Gerade hat der amerikanische Präsident ein Footballteam im Weißen Haus mit mehreren riesigen Burgerhaufen und Pizza verköstigt. Ein älterer Fall: Im Jahr 2016 verordnete sein Arzt dem amerikanischen Baseballspieler Jason Hammel Kartoffelchips.

Christine Graf von der Deutschen Sporthochschule sagt, dass eine solche Ernährungsempfehlung die absolute Ausnahme ist. Bei Jason Hammels waren es chronische Krämpfe, die er mit dem Salz der Chips in den Griff gekriegt hat. In der Saisonpause hielt er sich an die ärztliche Empfehlung – mit Erfolg.

Energie aus Milch und Kakaopulver

Als optimale Regenerationsspeise, also nach starker sportlicher Anstrengung, empfiehlt Christine Graf ein Glas Milch mit drei Esslöffeln Kakaopulver. Der verhältnismäßig hohe Anteil an Zucker – also an direkt umsetzbaren Kohlenhydraten – sei in Kombination mit dem Milcheiweiß dann genau richtig.

"Es ging darum, durch den hohen Salzgehalt von Chips eventuell dessen Muskelkrämpfe auszuhebeln, aber eigentlich ist es nicht die Regel, dass wir als Ärzte Chips verschreiben."
Christine Graf, Deutsche Sporthochschule Köln

Christine Graf beschreibt, dass bestimmte Salze Leistungssportlern eher über Getränke zugeführt werden und nicht über Chips. Problematisch ist für sie der hohe Fettgehalt dieses Snacks. Sportler sollten vor und nach körperlicher Leistung eher Kohlenhydrate – vier Anteile – und Eiweiße – ein Anteil – zu sich nehmen.

Burger, wie sie jetzt der US-Präsident Sportlern servieren ließ, gehören also nicht auf den idealen Speiseplan von Sportlern. Sie enthalten in der Regel etwa gleichviel Fett und Kohlehydrate. Die Leistungsfähigkeit werde durch Fette eher vermindert, sagt Christine Graf. Das hätten Experimente mit Mäusen ergeben

"Ein Burger hat quasi eins zu eins Kohlenhydrate und Fett. Das heißt, das ist alles andere als eine geeignete Sportlerernährung."
Christine Graf, Deutsche Sporthochschule Köln

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