Wenn in eurer Wohnung nachts plötzlich etwas über eurem Kopf flattert, das größer als eine Motte ist, dann könnte es sich um eine verirrte Fledermaus handeln. Es gibt ein paar Tricks, ihr hinaus zu helfen.

In der Zeit von August bis Mitte September kommt es häufiger vor, dass sich Fledermäuse in Wohnungen und Häusern verirren. Wer es nicht daran bemerkt, dass ihm etwas überm Kopf flattert, findet eventuell verräterische Köttel.

Eine erste Hilfe für die kleine Fledermaus ist, nachts alle Fenster aufzumachen und das Licht auszumachen. Dann kann sie den Weg nach draußen finden.

"Am nächsten Morgen habe ich einen Mitbewohner getroffen, der meinte, dass es jetzt zwei wären."
Mirjam bekam in ihrer Wohngemeinschaft Besuch von Fledermäusen

Manchmal findet die Fledermaus den Weg aber nicht so schnell und flattert noch tagelang in der Wohnung umher. Schlimmstenfalls kommen noch mehr durch die nachts geöffneten Fenster dazu.

Fledermaus
© Birgit Löer

Wer sich traut, zieht Handschuhe an und sammelt tagsüber, wenn die Fledermaus schläft, das Tier ein und legt es in einen Eimer. Sobald es dämmert, setzt ihr die Fledermaus nach draußen.

Fledermausnotruf hilft panischen Menschen

Wenn das alles nicht funktioniert, gibt es noch die Feuerwehr oder den Fledermausnotruf. In Bonn wird der von Tom Wegner und seine Kollegen 

vom Arbeitskreis für Fledermausschutz betreut. Tom ist Biologe und beruhigt schreckhafte Menschen, die Angst vor Fledermäusen haben.

"Wir sind als Nahrung für Fledermäuse absolut ungeeignet, viel zu groß und sperrig."

Tom erklärt, warum sich gerade im Spätsommer und zum Herbstanfang so viele Fledermäuse in Wohnungen verirren:

  • Zu dieser Zeit sind sie besonders aktiv.
  • Viele Jungtiere üben Anflüge.
  • Quartiere befinden sich in der Nähe der Wohnung, in die sie hineinfliegen.
  • Fledermäuse haben sich im Haus oder in der Höhe geirrt.
"Die weitverbreitete Zwergfledermaus hat mit zusammengefalteten Flügeln das Format einer kleinen flauschig braunen Frikadelle. Ihre Zähne sind winzig."
Monika Ahrens, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin auf Fledermaus-Expedition

Ein gekipptes Fenster genügt und die Fledermaus ist in der Wohnung. Weil Fledermäuse soziale Tiere sind, sind häufig mehrere von ihnen unterwegs oder werden von den Rufen ihrer Artgenossen angelockt. So kommt es, dass statt ein oder zwei auch mal dreißig oder sogar hundert Fledermäuse hereinkommen.

"Im Schloss in Bonn hatten wir einmal das Ereignis, dass tatsächlich weit über hundert Tiere in einen Raum, der natürlich auch entsprechend groß war, eingeflogen sind."
Tom Wegner rettet Fledermäuse

Manchmal ist es nicht einfach, die Tiere zu finden. Deshalb gehört zu Toms Ausrüstung eine Stirnlampe, ein Kescher, ein Eimer und ein Fledermausdetektor. Damit hört er die Fledermäuse ab – macht ihre für unsere Ohren unhörbaren Ortungsrufe hörbar. So findet er auch die letzten.

Verirrte Fledermäuse brauchen Hilfe

Denn wenn Fledermäuse nicht gefunden werden, können sie in einer Wohnung jämmerlich verdursten und verhungern. So wie viele der über hundert Fledermäuse im Bonner Schloss. Donnerstagabends sind sie durch ein versehentlich offen gelassen Fenster hineingeflogen. Sie landeten auf dem riesigen Kronleuchter mit Glasschalen, aus denen sie nicht mehr herauskrabbeln konnten. Bis Montagsmorgens wieder jemand den Saal betrat, waren viele von ihnen gestorben.

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