E-Sport wird seit Jahren auf höchst professionellem Niveau gespielt: Es geht um Sponsoren, Millionengagen, Verträge, auch Doping kommt vor. Und es gibt beim E-Sport noch eine Ähnlichkeit zu anderen Profisportarten: keine bis wenig Frauen. 

Das zeigt sich zum Beispiel in der Profiliga für den Ego-Shooter Overwatch. Da sind Teams vertreten mit insgesamt über 100 Spielern, aber nicht eine einzige Frau ist dabei. Und das, obwohl Overwatch zu den Onlinespielen mit dem höchsten Anteil an weiblichen Spielern ist. Das hat das kalifornische Marktforschungsinstitut Quantic Foundry ermittelt.

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Anna Baumann vom E-Sport-Bund Deutschland hat gegenüber dem Magazin Wired gesagt, der Frauenanteil im Management beim E-Sport sei durchaus gewachsen, Profispielerinnen hätten sich aber noch nicht durchsetzen können. Ähnliches sagt auch die erfolgreiche Counter-Strike-Spielerin Julia Kiran.

Auch Profisportarten wie Dart oder die Billardvariante Snooker sind generell geschlechteroffen, also es dürfen sich Männer wie Frauen qualifizieren, aber trotzdem sind immer nur Männer ganz oben. Warum?

Männerdominanz im E-Sport hat keine physischen Ursachen


Da wurde die Ursache von Sportexperten schon mal in der Feinmotorik vermutet. Studien bestätigen das aber nicht. Da wurde kein relevanter Unterschied in der Feinmotorik zwischen Frauen und Männern gemessen, obwohl der Unterschied bei der Kraft zum Beispiel eindeutig ist.

"Manche Männer scheinen damit einfach nicht klarzukommen, vielleicht weil sie aus vielen anderen Sportarten kennen, dass Männer die Besseren sind."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Die südkoreanische Spielerin Kim Se-hyeon zum Beispiel hat so häufig gewonnen, dass einige Spieler gesagt haben: Das kann nicht sein, sie muss betrügen. Das war nachweislich nicht der Fall.

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"E-Sport ist der erste weltweit populäre Sport, bei dem Frauen und Männer auf demselben Leistungsniveau gegeneinander spielen. Das müssen vor allem die Männer erst mal lernen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Eine Überlegung ist es, Frauenturniere könnten Aufmerksamkeit für die Sportlerinnen generieren. Damit würde aber zum Ausdruck gebracht, dass es Leistungsunterschiede zwischen Frauen und Männern geben könnte. Wenn es die nicht gibt, lässt sich eine Geschlechtertrennung bei Turnieren nicht begründen. 

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