"Heimat" kann für jeden etwas anderes bedeuten. Maysam ist ein junger Flüchtling aus Afghanistan und macht in Köln eine Ausbildung zum Koch. Für ihn ist Heimat auch ein Geschmack.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt hat Maysam besucht und mit ihm gekocht. Christian schwärmt von der afghanischen Küche, dem gewürzten Reis, den tollen Saucen aus Joghurt und den gebackenen Auberginen. Maysam hat sich trotzdem ein bisschen in deutsches Essen verliebt. "Schnitzel ist sehr lecker", sagt er. 

Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova, im Gespräch mit Maysam
"Wir haben lange über 'Heimat' gesprochen. Das ist ja für uns schon nicht einfach, diesen Begriff so richtig zu definieren. Für Maysam ist das noch viel schwieriger."

Mit dem Wort 'Heimat' sind für Maysam auch traurige Gedanken verbunden. Denn es beschreibt etwas, das er nicht mehr hat: Er ist als einziger seiner Familie nach Deutschland geflohen - zu Fuß und mit dem Boot über das Mittelmeer. Seine Geschwister und Eltern sind alle noch in Kabul. Das belastet ihn sehr.

"Es ist eine schwierige Frage. Heimat ist, wo man geboren ist. Wo man aufgewachsen ist und wo man mit seinen Eltern ist."
Maysam, Flüchtling aus Afghanistan
Falafel und Kichererbsen
© Christian Schmitt I Deutschlandfunk Nova
Maysam kocht Gerichte aus Afghanistan

Ob Maysam in Deutschland bleiben kann, weiß er noch nicht. Er möchte es gerne. "Das ist jetzt meine Heimat", sagt er. Er ist noch in Wartestellung, was sein Bleiberecht angeht. Aber mit der Ausbildung sieht es ganz gut für ihn aus.

"Heute ist ein Bombenanschlag passiert. Wenn ich solche Sachen in Facebook sehe, macht mich das traurig. Das ist schwer, wenn man an alles denkt, was Heimat ist."
Maysam, Flüchtling aus Afghanistan

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