In New York starten jetzt die Herbstauktionen der großen Auktionshäuser. Die Gelegenheit, um ein bißchen Herbstdeko zu shoppen? Kommt darauf an, was ihr ausgeben wollt: Über Kunstschätze, Kultautos und alles, was noch für krasse Summen unter den Auktionshammer kommt.

Bei den großen Herbstauktionen von Sotheby‘s und Christie’s geht es vor allem um Kunst. Aber es wird auch der Formel1-Ferrari versteigert, mit dem Michael Schumacher 2001 den Grand Prix von Monaco gewonnen hat. Mindestens vier Millionen Dollar erwartet Sotheby‘s für das legendäre Teil. 

Ein Highlight bei den Gemälden ist "Les Amoureux" von Marc Chagall. Das Bild zeigt den Künstler mit einer Muse. Er hat es 1928 gemalt, schon kurz danach landete es in einer Privatsammlung, und so hat es fast 90 Jahre niemand mehr gesehen. Bis zu 18 Millionen US-Dollar soll es kosten und wäre dann das teuerste Chagall-Bild aller Zeiten. 

Es geht noch teurer!

Christie’s hat gerade einen Vincent van Gogh von 1889 für über 81 Millionen Dollar versteigert. Es zeigt den Blick aus einer Nervenheilanstalt, in die der Maler gekommen ist, nachdem er sich ein Teil seines Ohrs abgeschnitten hatte. 

Der meiste Wind wird aber um ein Bild von Leonardo da Vinci gemacht, weil es vermutlich das letzte Bild ist, das er gemalt hat. Lange wurde angenommen, dass es zerstört worden sei. Auch der Preis des Bildes ist eine Sensation: 100 Millionen US-Dollar - also 85 Millionen Euro - soll es bringen. 

Kunstexperten sehen das Bild als unterbewertet an, heißt es aus der Kunstszene. Immerhin sind insgesamt nur rund 20 Bilder von da Vinci bekannt. Es gibt Bilder von Malern, die mehr gemalt haben und die teurer verkauft wurden. Je besser die Story um ein Werk, umso besser verkauft es sich. Gekauft werden die Werke nicht nur als Wertanlage, sondern vor allem als Prestige-Objekte.

"Werke von renommierten Künstlern sind eine internationale Spezialwährung für Superreiche. Ich kaufe das nicht, um Gewinn zu erzielen, sondern um ein Signal zu setzen."
Christian Saehrendt, Kunsthistoriker

Das Ersteigern von superteuren Bildern gehört zum Beispiel zur PR-Strategie von großen Firmen, die damit zeigen: "Seht her, dieses Unternehmen ist so gesund, dass wir uns diesen irrsinnigen Preis für ein Kunstwerk leisten können."

"Wie viel hat das denn noch mit der Wertschätzung von Kunst zu tun? Vielleicht dann doch lieber den Street-Art-Künstler aus dem Viertel mal mit 150 Euro unterstützen."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Mehr über den Kunstmarkt: