Ein Schwarm von Minidrohnen greift Menschen an. Das zeigt ein Kurzfilm im Netz auf ziemlich realistische Weise. Obwohl es die dafür nötige Technik noch nicht gibt, fordert der Wissenschaftler Stuart Russells schon jetzt ein Verbotsabkommen für solche potenziellen Massenvernichtungswaffen.

Es sieht so echt aus in dem Kurzfilm "Slaughterbots" auf Youtube. Zu sehen ist, wie ein Schwarm Minidrohnen auf Menschen zufliegt und diese tötet. Und dann muss auch noch eine Mutter zusehen, wie ihr Sohn von einem Slaughterbot erwischt wird. Aber Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Reintjes kann uns beruhigen: Die Technik gibt es noch gar nicht. 

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Der Mann, der den Film in Auftrag gegeben hat, heißt Stuart Russell. Er forscht an künstlicher Intelligenz an der Elite-Uni Berkeley in Kalifornien. Er sagt, wenn die besten Wissenschaftler und viel Geld zusammenkämen, dann bräuchten die vielleicht zwei Jahre, um solche fliegenden Waffen in großen Schwärmen herzustellen.

Drohne findet Zielperson

Auf der anderen Seite: Eine Gruppe von Studierenden könnte es hinbekommen, dass eine Drohne per Gesichtserkennung beispielsweise ihr Ziel findet. Aber eine einzige Drohne ist nicht so gefährlich wie diese Schwärme. 

"Stuart Russell sagt: 'Zehn Leute könnten einen Schwarm von zehn Millionen Minidrohnen starten, und damit eine ganze Stadt auslöschen.' Das hat Ähnlichkeit zu Atomwaffen."
Thomas Reintjes, Deutschlandfunk Nova

Anders als Atomwaffen könnten die Drohnenschwärme leicht ihren Weg in jedes Krisengebiet der Welt finden und zu jeder bewaffneten Gang, sagt der Wissenschaftler Stuart Russells. Er will deshalb Diplomaten dazu zu bewegen, ein Verbotsabkommen auf den Weg zu bringen. 

Wenn jemand 100.000 Drohnen und 100.000 Steuerchips bestellt, dann sollten irgendwo die Alarmglocken schrillen. Und darum hofft er, dass ein internationales Abkommen den Einsatz solcher Minidrohnen in Zukunft regeln wird. De facto wird das aber noch einige Zeit dauern.

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