Es pikst wieder: Jetzt, bei warmem Wetter, kommen die Stechmücken aus ihrem Winterquartier. Bis zum Sommer wächst eine neue Mückengeneration heran.

Wir haben über 50 Stechmückenarten in Deutschland, sagt die Biologin Doreen Walther. Jede Art kommt anders über den Winter - und hat dafür ihre eigene Strategie: Manche Mücken überwintern als Larve. Andere legen ihre Eier noch vor dem Winter ab. Bei wieder anderen Arten überwintern nur die Mücken-Weibchen. Sie suchen sich ein geschütztes Winterquartier und starten, sobald es Frühling wird, zur Eiablage.

"Einige Mücken überwintern als flugfähige Mücken. Sie suchen sich irgendwo ein Plätzchen in Höhlen, Ritzen oder Spalten, wo sie Schutz vor dem Frost finden."
Doreen Walther, Biologin

Über den Winter kommen diese fliegenden Mücken, weil sie eine Art "eingebautes Frostschutzmittel" haben, wie die Biologin erklärt. "Sie stellen ihren Stoffwechsel ein und können auch tiefe Minusgrade überstehen." Wenn die Temperaturen wieder ansteigen, werden sie aktiv und schwärmen aus.

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"Die Mücken, die den Winter überstehen, kann man nicht zählen. Es sind Millionen."
Doreen Walther, Biologin

Mücken mögen Regen

Mücken mögen es warm und feucht. Eine Voraussage darüber zu machen, mit wie vielen Mücken wir es dieses Jahr zu tun haben werden, das könne sie nicht, sagt Doreen Walther. Die Größe der Population, die sich zum Sommer hin aufbauen kann, hänge immer mit der Witterung der kommenden Monate zusammen.

"Wenn die Temperaturen warm sind, aber die Niederschläge fehlen, dann haben die Mücken keine Möglichkeit, ihre Brut gut durchzubringen."
Doreen Walther, Biologin

Im vergangenen Jahr waren die Mücken früher am Start. Schon im März war es sehr warm. Die kleine Kältepause im April hat den Mücken nichts ausgemacht. In diesem Jahr sei das umgekehrt, meint Doreen Walther: Der März war noch kalt, der April erst warm. Für die Mücken ist das aber nicht zu spät.

"Es spricht nichts dagegen, dass wir aus Sicht der Mücken noch ein tolles Jahr bekommen."
Doreen Walther, Biologin

Mücken aus Asien bei uns

In Deutschland gibt es immer mehr Arten, die hier nicht heimisch sind - sogenannte "invasive Arten". Als Beispiel nennt Doreen Walther die Asiatische Buschmücke - sie ist eine kälteliebende Art und hat so bei uns keine Probleme, ihre Eier über den Winter zu bringen. "Wir gehen davon aus, dass sie in den kommenden Jahren flächendeckend in Deutschland zu finden sein wird." Anders sei das bei der Asiatischen Tigermücke. Auch die kommt zwar immer häufiger vor, sie ist aber wärmeliebend und bringt ihre Eier nur an geschützten Orten durch.

Übrigens: Es sind bei den meisten Mückenarten nur die Weibchen, die uns Menschen stechen - sie brauchen die Blutmahlzeit für die Entwicklung ihrer Eier.

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