Bis es über das Onlinedating zu einem echten Treffen kommt, müssen einige Faktoren passen. Vielleicht auch ein bisschen Bauchgefühl? Forschende aus den USA haben ganz nüchtern Strukturen analysiert und stellen fest: Regionale Nähe und gleiches Alter sind bei vielen Voraussetzung.

Wie genau funktioniert eigentlich der Onlinedating-Markt? Das wollten Forschende aus den USA wissen, und haben für eine Studie Strukturen von mehreren Millionen Nutzern einer großen Plattform in den USA analysiert. Konkret ging es nur um heterosexuelle Nutzer. Angeschaut haben sie sich den Nachrichtenverlauf, also zum einen, wer wen überhaupt erst einmal angeschrieben hat - dann haben sie aber auch genau geguckt, wer dann auch eine Antwort bekommen hat. 

Kommunikation endet an der Bundesstaatengrenze

Das alles haben sie nach Postleitzahlen der Nutzer kategorisiert und herausgekommen ist, dass vor allem Leute miteinander Nachrichten schrieben, wenn sie aus der gleichen Region kamen. Überrascht hat die Forschenden, dass die Nähe nach Kilometern nicht unbedingt entscheidend war, sondern die User aus derselben Region kamen, sagt Sabrina Loi, die die Studie für Deutschlandfunk Nova gelesen hat.

"Da gab es Gebiete, in denen die Kommunikation quasi mit der Bundesstaatsgrenze aufhörte. Bei den Texanern zum Beispiel."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk Nova

Texaner haben laut Studie tatsächlich fast ausschließlich mit Texanern kommuniziert. Obwohl zum Beispiel Leute, die im US-Bundesstaat Oklahoma wohnen, deutlich näher an Nordtexas sind als die Leute in der Mitte oder im Süden von Texas. Aber grenzübergreifende Kommunikation gab es laut Studie kaum.

Kommunikation meist unter Gleichaltrigen

Neben der regionalen Nähe und Identifikation spielt beim Dating offenbar auch das Alter eine große Rolle. Um das zu untersuchen, haben die Forschenden die Städte New York, Boston, Chicago und Seattle genauer unter die Lupe genommen. Heraus kam: Drei Viertel der Nachrichten, die dort innerhalb der Städte verschickt wurden, kamen von etwa Gleichaltrigen. 

Männer versuchen es gerne erst mal bei jüngeren Frauen

Interessant: Dabei machten die Männer meist den ersten Schritt - verschickten also die erste Nachricht - allerdings nicht nur an Frauen im gleichen Alter. Wenn dann aber geantwortet wurde, dann eher nicht von den jüngeren, sondern eher von den gleich alten. 

"Ein Mann um die 45 hatte deutlich bessere Chancen, eine Antwort von einer Frau zu bekommen, die auch in ihren Vierzigern ist, als von einer Frau in den Dreißigern."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk Nova

Wenn es zu einem regen Nachrichtenaustausch kam, waren die Frauen im Schnitt eineinhalb Jahre jünger als die Männer.

Was die Studie auch gezeigt hat: Wenn Männer tendenziell eher mit jüngeren Frauen kommunizieren, kommt es zu einem Ungleichgewicht auf dem Onlinedating-Markt. Das Ergebnis: Im Schnitt gibt es ein Überangebot an Singlemännern in den Zwanzigern und ein Überangebot an Frauen in den Vierzigern. 

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