Die wenigsten Bauern ziehen ihr Saatgut selbst, sie kaufen es. Der Markt hat sich gravierend verändert. Gerade ist die Bayer AG ganz groß eingestiegen.

Die Bayer AG hat für 63 Milliarden Euro den SaatgutherstellerMonsanto übernommen. Bayer wird damit zum weltweit größten Anbieter von Saatgut und Herbiziden. Welche Alternativen haben Bauern auf dem Saatgutmarkt? Wir haben mit dem Journalisten Werner Eckert gesprochen. Er arbeitet in der Umweltredaktion des SWR.

Bestimmend für den Saatgutmarkt sind neben Bayer die Firmen Dupont, Dow Chemical und Syngenta. Die Zahl kleiner mittelständischer Unternehmen, die auf dem Saatgutmarkt aktiv sind, werde ständig kleiner, berichtet Werner Eckert.

Nur Nischen für kleinere Züchter

In Deutschland gibt es etwa 100 kleinere Saatgutzüchter und Saatguthändler. Rund die Hälfte haben eigene Züchtungsprogramme. Werner Eckert ist der Ansicht diese Zahl würde höher klingen, als sie eigentlich ist, weil diese Mittelständler überwiegend Nischenmärkte bedienen.

"Die großen Saatgutunternehmen arbeiten vorwiegend mit Pflanzen, bei denen es Hybridserien gibt, denn damit lässt sich Geld verdienen. Diese Hybriden lassen sich nicht nachbauen."
Werner Eckert, SWR Umweltredaktion

Er hält den Markt für weitgehend geteilt. Die großen Saatguthersteller, die weltweit aktiv sind, arbeiten mit Pflanzen, bei denen es Hybridserien gibt. Jedes Jahr müsse in diesem Bereich neues Saatgut geliefert werden, sagt Werner Eckert. Aus Hybriden lässt sich kein neues Saatgut gewinnen. Diese Pflanzen können von Landwirten also nicht noch einmal angepflanzt werden. Gerade dort können die Hersteller Geld verdienen. 

Roggen, Mais und Reis sind Pflanzenarten, bei denen diese Hybridprogramme sehr gut funktionieren, berichtet Werner Eckert. Auch bei Weizen zeige sich eine Entwicklung hin zu Hybridsaatgut.

Kleine, abhängige Saatguthersteller

Bei Kürbis und Gemüsesaaten hingegen spielen auch kleinere Anbieter noch eine Rolle. Bayer hat seine Gemüsesaatproduktion im Zuge des Monsanto-Deals bereits verkauft. Zum Teil seien auch kleinere Saatguthersteller noch von den großen Saatgutkonzernen abhängig, weil die kleinen teilweise als Saatgutvermehrer – also bei der Produktion von Saatgut – für die großen Unternehmen tätig sind.

"Je mehr Rechte auf dem Pflanzgut liegen, desto mehr ist das in den Händen von Großkonzernen."
Werner Eckert, SWR Umweltredaktion

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