Bernd Pröschold fotografiert seit über 15 Jahren Sternenhimmel in entlegenen Landschaften. Er sagt, er will die Schönheit des Nachthimmels über irdischen Landschaften festhalten.

Um wirklich mal zu sehen, wie voll der Himmel von Sternen ist, müssen wir gar nicht zwingend weit weg. Auch in Deutschland gebe es einige Orte, wo wir auch besondere Eindrücke von der Milchstraße und dem Sternenhimmel bekommen können, sagt Bernd Pröschold. Er reist um die ganze Welt um den Sternenhimmel zu fotografieren. Dafür braucht er abgelegene Orte, wo es dunkel ist. 

Orte ohne Lichtverschmutzung

Am besten sei es in den Sommermonaten in entlegenen Mittelgebirgen wie dem Weser Bergland oder dem Bayerischen Wald, sagt Bernd Pröschold. Und noch etwas besser sei es in den Alpen oder an der Nordsee. 

"Je dunkler die Orte sind, desto weiter reicht die Milchstraße bis zum Horizont."
Bernd Pröschold, Fotograf.
© Deutschlandfunk Nova | Gernot Meiser
Bernd Pröschold

Bernd Pröscholds größter Feind ist Licht. Er spricht von Lichtverschmutzung. Das heißt, wenn viele Lichtquellen in der Nähe sind, sieht er nicht so viele Sterne. In Großstädten beispielsweise verschwindet die Milchstraße im Lichtsmog, so Bernd Pröschold. 

Bei absoluter Dunkelheit siehst du unbekannte Lichtphänomene

Eine Top-Location für gute Fotos seien die Kanarischen Inseln, sagt der Fotograf. Wenn es dort dunkel genug sei, könne man nicht nur die Milchstraße bis zum Horizont sehen, sondern noch ganz andere Lichtphänomene. Bernd Pröschold schwärmt vom Zodakallicht, das durch Staubteilchen im Sonnensyystem verursacht wird. Dieses laufe quer über den Himmel – sei aber wesentlich schwächer als die Milchstraße. 

Bernd Pröscholds Spezialität sind Zeitraffer. Da fotografiert er die Landschaften mit Weitwinkelobjektiven. Dabei macht er alle zehn bis 20 Sekunden ein Foto, was dann auch jeweils zehn bis 20 Sekunden belichtet worden ist. Diese setzt er dann zu Hause am Computer zu einem Film zusammen. 

"Mir geht es darum, Kunst zu machen. Also die Schönheit des Nachthimmels über irdischen Landschaften festzuhalten."
Bernd Pröschold, Fotograf

Die beste Zeit, um einen klaren Sternenhimmel einzufangen sei übrigens die zweite Nachthälfte. Und wenn wir ganz speziell werden, sagt Bernd Pröschold, nutzen wir das Nachtleuchten, was durch physikalische Prozesse in der Hochatmosphäre verursacht wird. 

Bernd Pröschold bezeichnet sich selbst als Naturfreak. Über Google Earth findet er die entlegenen Orte ohne viel Lichtverschmutzung, die er bereist. Uns empfiehlt er Mittelskandinavien. Dort gebe es unendlich viele einsame und zugleich wunderschöne Orte, die kaum jemand kennt, und von wo aus wir wunderbar mit klarster Sicht in den Sternenhimmel gucken können. 

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