In New York werden die Eichhörnchen gezählt – bei uns die Hamster und die Wölfe. Unserer Reporterin hat sich angeguckt, wie das geht.

New York zählt seine Eichhörnchen: Durch den Central Park streifen Menschen, die sich auch das Verhalten, die Fellfarbe und die Geräusche der Eichhörnchen anschauen und aufschreiben. Auch in Deutschland werden Wildtiere zahlenmäßig erfasst. Deutschlanddfunk-Nova-Reporterin Ilka Knigge hat sich die verschiedenen Methoden angesehen, mit denen sich Tiere zählen lassen.

Eher eine Schätzung als eine Zählung

Zuerst: Sie sind je nach Tier unterschiedlich. Bei Tieren, die man gut beobachten kann – etwa Eichhörnchen – kann man einfach losgehen und zählen. Im Central Park wird auch die Farbe der Eichhörnchen notiert und der Ort, wo sie gesehen wurden. Doppelzählungen sollen so ausgeschlossen werden. Auch weil es bei Eichhörnchen nicht so viele Fellfarben gibt, ist das Ergebnis nicht ganz genau. Um einschätzen zu können, wie sich der Bestand entwickelt, reicht eine ungefähre Zahl allerdings aus.

Eine andere Methode ist, dass Tierspuren ausgewertet oder Tiere beringt werden. Wie das funktioniert, erklärt Christiane Schröder, Landesgeschäftsführerin vom Naturschutzbund Brandenburg: Das sei in etwa so, als markiere man von einem Glas voller getrockneter Erbsen nur eine Handvoll, tue diese wieder in das Glas zurück und schüttele sie durch.

Dann entnimmt man wieder eine Handvoll Erbsen. Von diesen sind nur einige wenige markiert. Anhand des Verhältnisses von markierten zu unmarkierten Erbsen lasse sich berechnen, wie viele Erbsen tatsächlich in dem Glas sind. In diesem Fall ist die Zählung eigentlich eine Schätzung oder eine Hochrechnung. Es geht hier nicht um eine absolute, genaue Zahl. 

IT-Hilfe bei der Bildsortierung

In Namibia werden Tiere in einigen Naturschutzgebieten von Drohnen fotografiert, die Fotos werden mithilfe von Computern vorsortiert und von Menschen ausgewertet.

Zur Zählung von Wölfen werden in Deutschland DNA-Analysen bei den Tieren gemacht. So können die Forscher herausfinden, welche Tiere sich vermehren und erkennen, wenn plötzlich ein bislang unbekanntes Tier mit ganz anderer DNA auftaucht.

In Deutschland werden vor allem die Tiere gezählt, die nach Europarecht geschützt sind. Bei bestimmten Tierarten ist Deutschland der EU gegenüber alle sechs Jahre zu einem Bestandsbericht verpflichtet – dazu gehören zum Beispiel der Wolf, einige Fledermaus-, Insekten- und Vogelarten. 

So soll auffallen, wenn ein Tierbestand kleiner wird. Ist eine Tierart noch nicht in dieser Liste, wird sie vielleicht lange Zeit nicht beobachtet. Beim Feldhamster fiel deswegen erst spät auf, dass der Bestand schrumpft. Mit der Zählung verbinden die Tierforscher häufig noch eine genauere Beobachtung. Sie können zum Beispiel bei den Eichhörnchen genauere Angaben zum Stresslevel machen.

"Wenn ich jetzt permanent wahrnehme, wie die sich durch die Bäume jagen, aber sehr selten beobachte, dass sie tatsächlich Nahrung vergraben, dann habe ich offensichtlich mehr Tiere als dem Gebiet guttut."
Christiane Schröder, Naturschutzbund Deutschland

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