Infraschall-Laute sind Töne unterhalb der menschlichen Hörschwelle. Elefanten können damit kilometerweit kommunizieren und setzten die Laute zur Partnersuche ein. 

Die Infraschall-Laute der Elefanten sind für uns Menschen zwar nicht hörbar – aber sie sind laut. Mit Spezialgeräten haben Forscher herausgefunden, dass sie bis zu 103 Dezibel erreichen – also lauter sind als ein Presslufthammer. 

Infraschall liegt in einem Bereich unterhalb der menschichen Hörschwelle. Töne unter 16 Hertz können wir so gut wie nicht mehr wahrnehmen – Elefanten hingegen können noch Töne um die zehn Hertz leicht hören.

Partnersuche über Infraschall

Am besten überträgt sich Infraschall über den Boden. Es ist erwiesen, dass Elefanten bis zu zehn Kilometer über den Boden mit Infraschall kommunizieren können. Forscher gehen sogar davon aus, dass die Infraschall-Laute der Elefanten sogar bis zu 50 Kilometer weit reichen. Ob sie in dieser Entfernung aber noch wahrgenommen werden, ist fraglich.

Elefantenbullen nutzen Infraschall zur Partnersuche, um auch in der weiteren Umgebung eine Elefantenkuh zur Paarung zu finden. Hat sie Interesse, gibt sie ein Infraschallsignal zurück. 

Ein anderes Einsatzgebiet dieser Geheimsprache der Elefanten ist die Ankündigung von Nachwuchs. Trächtige Elefantenkühe signalisieren ihren Artgenossen etwa zwölf Tage vor der Geburt mit speziellen Infraschalltönen, dass jetzt bald mit einem Baby zu rechnen ist. 

Infraschall hören Elefanten nicht mit den Ohren

Produziert werden die Infraschall-Laute tief unten in der Kehle der Elefanten. Um sie zu verstärken, pressen die Elefanten den Rüssel auf den Boden. Infraschall kann auch über die Luft übertragen werden, aber nicht so weit. 

Interessanterweise nehmen die Elefanten ihre Geheimsprache nicht mit den großen Ohren wahr, sondern mit Rüssel und Füßen. 

"An der Spitze ihrer Rüssel haben Elefanten sensible Druckrezeptoren, womit sie Infraschall wahrnehmen können."
Mario Ludwig, Biologe über die Wahrnehmung von Infraschall bei Elefanten

Wenn Elefanten den Rüssel auf den Boden halten, bemerken sie den Infraschall. Allerdings können sie damit nicht wahrnehmen, aus welcher Richtung der Infraschall kommt. Dazu benötigen sie ihre Füße. Auch an den Fußsohlen der Vorderfüße sind Druckrezeptoren – und damit können sie die Richtung ermitteln, aus der das Schallsignal kommt. 

Auch Walarten nutzen Infraschall zur Partnersuche

Die für Menschen nicht hörbaren Laute über Infraschall werden nicht ausschließlich von Elefanten genutzt. Infraschall wurde auch bei einigen Walarten nachgewiesen. Männliche Finnwale setzen ihn - ähnlich wie Elefanten - dazu ein, Weibchen zu finden. Und das über eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern. Daraus lässt sich leicht ableiten, dass die Wale - auch wenn wir es nicht wahrnehmen können - wahnsinnig laut sind.

"Die Meeressäuger erreichen über Infraschall eine Lautstärke von nahezu 190 Dezibel und verfügen über eine Schallenergie, die der eines startenden Space Shuttles nahe kommt."
Mario Ludwig, Biologe über die Wahrnehmung von Infraschall bei Elefanten

Die Kommunikation über Infraschall ist für Finnwale übrigens überlebensnotwendig, da sie sich nicht, wie andere Tierarten, an speziellen Orten zur Paarung treffen. 

Interessanterweise nutzen sie eine bestimmte Wassertiefe um Infraschallsignale zu senden. Forscher haben entdeckt, dass zwischen 600 und 1200 Metern unter dem Wasserspiegel eine Grenze zwischen zwei Wasserschichten verläuft, was eine Art Geräuschtunnel bildet. Wasser leitet Schall ja ohnehin schon besser als Luft und innerhalb dieser Tiefe erreicht der Infraschall bei Walen - durch günstige Parameter wie Druck, Temperatur und Salzgehalt - eine besonders hohe Durchschlagskraft. 

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