Viele Schüler sind morgens oft müde, weil sie so früh aufstehen müssen. In Seattle hat man den Schulbeginn vor zwei Jahren um knapp eine Stunde nach hinten verschoben. Eine Studie zeigt nun: Die Schüler bekommen so tatsächlich mehr Schlaf.

Spätestens in der Oberstufe saßen so manche von uns wie Zombies in der ersten Unterrichtsstunde – weil die Nacht mal wieder viel zu früh aufgehört hat. In Deutschland beginnt die erste Stunde häufig kurz vor 8 Uhr, in Sachsen und Sachsen-Anhalt früher, in manchen Bundesländern etwas später. 8 Uhr ist nicht optimal, sagen Schlafexperten – weil sich der Biorhythmus von Jugendlichen umstellt, die dann tendenziell zu Langschläfern werden.

"Im Jugendalter verändert sich der Bio-Rhythmus."
Jan Bungartz, Deutschlandfunk Nova

Viele werden dann, zumindest vorübergehend, zu "Eulen", die abends länger aufbleiben und eigentlich morgens länger schlafen würden – wenn sie denn könnten. 

Neun Stunden Schlaf empfohlen

Im Schnitt sollten Jugendliche in diesem Lebensabschnitt neun Stunden schlafen, um richtig fit zu sein. Aber wer von uns hat das damals jemals geschafft?

An zwei Schulen in Seattle wurde der Beginn der ersten Stunde vor zwei Jahren von 7.50 Uhr auf 8.45 Uhr nach hinten verlegt. Jetzt hat eine Studie den direkten Vergleich gemacht zwischen dem frühen Schulbeginn früher und dem späteren in den letzten zwei Jahren. 

  • Etwa 90 Schüler wurden zum einen befragt, wie viel sie schlafen und wie es ihnen damit geht. 
  • Zum anderen wurde ihr Schlafverhalten mit einer Art Fitness-Tracker aufgezeichnet.

Wacher und bessere Schulleistungen 

Ergebnis: Die durchschnittliche Schlafdauer stieg durch die Umstellung um immerhin gut eine halbe Stunde. Die Schüler kamen im Schnitt auf 7,5 Stunden Schlaf. Das liegt allerdings immer noch unter der Empfehlung. Außerdem stellten die Forscher fest, dass die Jugendlichen tagsüber insgesamt wacher waren. Auch ihre Schulleistungen verbesserten sich leicht.

In Deutschland haben sich viele Bundesländer bisher um das Thema herumgedrückt. Ein Argument, das oft genannt wird, sind die Eltern, die früh zur Arbeit müssen. Die würden ihre Kinder ja dann sowieso früher wecken. 

Mehr zum Thema:

Shownotes
US-Studie
Späterer Schulbeginn: Nicht mehr schlaflos in Seattle
vom 13. Dezember 2018
Moderation: 
Steffi Orbach
Gesprächspartnerin: 
Jan Bungartz, Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten