Um Games zu entwickeln, braucht es Zeit und Geld. Gerade im Independent-Segment  gibt es Spiele, an denen über Jahre gebastelt wird, weil die Entwickler grafisch und spielerisch sehr anspruchsvolle Ideen verfolgen. Möglich sind solche Games nur durch den Enthusiasmus der Macher und die Unterstützung der Community.

Guckt man in die Indiespiele-Branche, trifft man auch schon mal auf Entwicklungszeiten von fünf oder sogar zehn Jahren, wie bei dem Spiel Owlboy. Das ist zwar eher die Seltenheit, weil das finanziell sehr schwer zu stemmen ist, sagt die Deutschlandfunk-Nova-Gamesexpertin Jana Reinhardt. Aber egal, wie wenig Geld die Entwickler gerade haben, egal, ob alles schief läuft, egal, wie lange die Entwicklung dauert - viele ziehen ihr Traumprojekt einfach durch.

"Das ist ein Spiel, dass ich unbedingt auch selbst spielen möchte. Und wenn das fertig ist, dann hab ich ja gemacht, was ich machen wollte."
Leonard Ritter, Spieleentwickler, über sein Projekt Nowhere

Unter den Entwicklern gibt es echte Enthusiasten, sagt sie. Wie Leonard Ritter vom Team Duangle, der für das Spiel Nowhere sogar eine eigene Programmiersprache entwickelt, weil ihn die Komplexität reizt. Für Nowhere haben er und seine Frau Sylvia sich nicht weniger vorgenommen, als in einem sehr komplexen Game eine komplette außerirdische Gesellschaft zu simulieren.

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Gamesentwicklung: Ohne die Community geht es nicht

Um solche Projekte zu verwirklichen und Zeit dafür zu haben, brauchen die Entwickler natürlich Geld. Üblicherweise werden Computerspiele durch Publisher, also Verlage für Spiele finanziert, erklärt Jana. Aber Nischenspiele sind ihnen zu risikoreich, da stecken sie ungern Geld rein. Viele Games sind daher nur möglich, weil die Konzepte von der Community unterstützt werden. Zum Beispiel per Crowdfunding wie bei Nowhere: Mehr als 60.000 Dollar konnten Leonard und Sylvia über ihre eigene Website für das Spiel sammeln.

Gamesentwicklung als Lebensaufgabe

Aber auch Unterstützungsplattformen wie Patreon ermöglichen Gamesentwicklung. Fans überweisen hier monatlich einen kleinen oder großen Betrag an die Entwickler. Heraus kommen dabei zum Beispiel Spiele wie das sehr spezielle Dwarf Fortress, das bis heute kostenlos zu haben ist. Zwölf Jahre ist das her, und die Entwickler schrauben bis heute weiter daran. Die Zwergensimulation ist für ihn eine Lebensaufgabe, verriet der Entwickler Tarn Adams Jana, er wüsste gar nicht, was er sonst in seinem Leben machen soll.

"Viele Entwickler entwickeln auch Depressionen, weil das ja eine permanente Ausnahmesituation ist."
Jana Reinhardt, Deutschlandfunk-Nova-Gamesexpertin

Aber nicht nur das liebe Geld ist ein Problem. Wenn du zu lange an einem Projekt hängst und dann vielleicht noch wenig flexibel bist, weil du dafür eine spezielle Eingabemethode entwickelst, dann verpasst du schnell mal Trends, die gut laufen, sich gut verkaufen, wo die Fachpresse und Spieler draufschauen, erklärt Jana. Und zu lange Entwicklungszeiten greifen auch die Psyche an, ergänzt sie.

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