Algen gelten als gesund und zukunftsweisend für die Ernährung. Das sie viel Jod enthalten, können zu großen Mengen davon gesundheitsschädlich sein. 

Grundsätzlich gelten Algen als sehr gesund. Sie sind kalorienarm und reich an Ballastoffen, gesunden Fettsäuren, Proteien und Vitaminen. 

Makroalgen sind mit dem bloßen Auge sichtbar und werden uns als Wakame-Salat und Maki-Sushi im japanischen Restaurant aufgetischt. 

Eine einzelne Mikroalge ist, wie der Name schon vermuten lässt, nur unter dem Mikroskop sichtbar. Chlorella und Spirulina kommen beispielsweise bei Nahrungsergänzungsmitteln zum Einsatz. 

Reich an Proteinen und an gesunden Fettsäuren

Ernährungswissenschaftler Karlis Briviba bescheinigt Algen ein großes Potenzial. Bei Mikroalgen steige die Beliebtheit. Zurzeit werden sie häufig in Tablettenform als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Immer häufiger finden sie als Zutaten von Nudeln und Fruchtriegeln den Weg in unsere Ernährung. 

Algen gelten als zukunftsweisend für unsere Ernährung, weil sie sich unter einfachsten Bedingungen produzieren lassen - das heißt zum Beispiel keine Agrarflächen dafür benötigt werden. 

"Wir können sie ohne Agrarflächen produzieren. Wir brauchen nur Wasser, Licht und eine Anlage."
Karlis Briviba, Ernährungswissenschaftler

Neben vielen guten Nährstoffen können Algen allerdings auch sehr viel Jod enthalten. Da wir uns in Deutschland in einem Jodmangelgebiet befinden, klingt das im ersten Moment gut.

Zu viel, kann schaden

Unser Körper benötigt pro Tag 200 Mikrogramm Jod. Sobald wir aber mehr als das Doppelte dieser Menge zu uns nehmen, beispielsweise 500 Mikrogramm, kann sich das negativ auf unsere Gesundheit auswirken, sagt der Ernährungswissenschaftler Karlis Briviba. Das gilt besonders für Menschen, die sich seit Jahrzehnten jodarm ernähren - das ist vor allem die ältere Bevölkerung, sagt Briviba.

"Zu viel Jod kann besonders für den Teil der Bevölkerung gesundheitsschädlich sein, der sich seit Jahrzehnten jodarm ernährt hat - das ist die ältere Bevölkerung."
Karlis Briviba, Ernährungswissenschaftler

Die Schilddrüsen von Menschen, die in einem Jodmangelgebiet leben, können neue Knoten bilden, die extrem effektiv Jod aufnehmen und eine große Menge an Schilddrüsenhormonen produzieren können. In der Folge kann das zu einer Entgleisung des Stoffwechsels, zu Herz-Rhythmus-Störungen und in ganz extremen Fällen zum Koma führen, sagt der Ernährungswissenschaftler Briviba. Das betrifft ungefähr fünf Prozent unserer Bevölkerung.

"Bisher gibt es wenige Lebensmittel mit Mikroalgen. Meistens werden sie als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten angeboten. Immer häufiger nutzt man Algen auch als Zutaten für Lebensmittel wie Nudeln oder Fruchtriegel."
Karlis Briviba, Ernährungswissenschaftler

Da verschiedene Algenarten eine unterschiedlich hohe Jodkonzentration haben, ist es für den Ernährungswissenschaftler schwierig eine genaue Aussage darüber zu machen, wie viel Algen wir essen sollten.  Es gibt rund 100.000 Algenarten, allerdings verzehren wir nur 500 davon.

Besonders reich an Jod: Wakame und Kombu

Besonders reich an Jod sind Wakame und Kombu-Algen. Auf manchen Verpackungen ist angegeben, wie viel Jod darin enthalten ist. Sodass man ausrechnen könnte, welche Mengen davon empfehlenswert sind. 

Im Schnitt kann man sagen, dass auch Asiaten nicht mehr als 10 Gramm Trockenalgen pro Portion essen. 

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