Fast 30 Millionen Tannenbäume wurden in diesem Jahr verkauft. Aus den Nadeln könnte man aber noch was machen. Mundspülung zum Beispiel.

In den nächsten Tagen werden wieder viele abgeschmückte Tannenbäume auf der Straße rumliegen und darauf warten, abgeholt zu werden. In der Regel werden sie dann geschreddert und landen dann in der Biogasanlage oder auf dem Kompost. Für schöne Bilder sorgen auch immer die Bäume, die Elefanten in Zoos zu fressen bekommen. Das sind aber nur solche, die nicht verkauft wurden, weil auf gar keinen Fall Rückstände von Weihnachtsschmuck daran sein dürfen. 

Tannennadeln haben Potential zur Wiederverwertung

Bisher ist die Verwertung von Tannenbäumen also noch ausbaufähig. Eine Idee kommt von Forschern aus England. Sie sehen in den Tannennadeln großes Potential - und zwar weil die Nadeln zu 85 Prozent aus Lignocellulose bestehen, das sind wichtige Teile von Holzfasern. Laut der Forscher können daraus Stoffe für die chemische Industrie gewonnen werden.

Aus Tannennadeln könnte Mundspülung werden

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Raphael Krämer sagt, es ist möglich, aus etwas Komplexem wie Lignocellulose einfachere Stoffe zu machen. Ein Schwerpunkt ist zum Beispiel, aus den Tannennadeln Phenole herauszuholen.

"Das sind chemische Verbindungen, die zum Beispiel für Haushaltsreiniger oder auch für Mundspülung verwendet werden können."
Raphael Krämer, Deutschlandfunk Nova

Andere Substanzen, die aus Tannennadeln gewonnen werden können, sind laut Forschern noch Essigsäure und Zucker. Damit können zum Beispiel auch Süßungsmittel, Farbe oder Klebstoff gemacht werden.

Technisch läuft die Bio-Verwertung so: Die Tannennadeln kommen in eine Bioraffinerie, wo die Lignocellulose in verschiedene Bausteine aufgespalten wird. Das passiert mit Hitze und Lösungsmitteln. Das Verfahren dazu sei zwar relativ einfach ist, aber mit Tannennadeln wenig erforscht. Aus Sicht der Forscher spricht vieles dafür, es mit Tannennadeln auszuprobieren. 

Vorteile wären etwa, dass die Chemikalien nachhaltig aus einem natürlichen Rohstoff gewonnen werden – und damit vielleicht umweltfreundlicher sind als das, was die Industrie sonst verwendet. So zumindest argumentieren die Forscher. Ihrer Ansicht nach bringen die Nadeln in der Biogasanlage nicht viel, um daraus am Ende Strom zu gewinnen.

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