Schon im April gab es Sonne satt, der Mai hat dann viele Menschen mit sommerlichen Temperaturen beglückt. Es war der wärmste Mai seit 1889. Aber auch die Gewitter hatten es in sich.

Die ungewöhnliche Wetterlage hat auch Experten überrascht, wie zum Beispiel Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst. Das sei eine andauernde Wetterlage gewesen, die sich immer wieder reproduziert habe, sagt er. 

"Wir hatten eine schwache Südostströmung mit warmer und feuchter Luft und so haben wir eben andauernd, also gefühlt seit Wochen, diese Gewitterlage."
Thomas Ruppert, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst

Auch, wenn "wärmster Mai seit 1889" klingt wie "die Butter war 1861 viel billiger als heute": Die Zahlen sind tatsächlich aussagekräftig. Zumindest für bestimmte Orte in Deutschland. Denn einige Wetterstationen zeichnen bereits seit 150 bis 200 Jahren konstant Wetterdaten wie zum Beispiel die Temperatur auf. Daten, die auch der Deutsche Wetterdienst nutzt.

"Natürlich haben unsere Klimatologen Homogenisierungen vorgenommen."
Thomas Ruppert, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst

Heißt konkret: Die Wetterforscher haben sich natürlich die Messorte angeschaut und auch die Messgeräte, mit denen die Wetterdaten dokumentiert wurden. Einer dieser Orte, an denen Wetterdaten schon sehr lange gemessen werden, ist Potsdam. Dort gibt es seit dem frühen 19. Jahrhundert verlässliche Aufzeichnungen.

Prognose, Trends und Prospektion

Die Frage, die jetzt natürlich alle umtreibt: War's das jetzt schon mit dem Sommer? Oder geht das bis September so weiter? Die Antwort ist enttäuschend: Keiner weiß es so genau. Denn das Wetter lässt sich nur für die nächsten drei bis vier Tage relativ verlässlich vorhersagen. Danach können Wetterexperten lediglich einen Trend herausfiltern, die sogenannte Prospektion.

"Sie können sagen, es wird vermutlich warm diesen Sommer, sie können aber nicht sagen du kannst am 12.8. grillen, weil die Sonne scheint."
Deutschlandfunk Nova Reporter Martin Schütz erklärt, was Wetterexperten unter Prospektion verstehen.

Das klingt ein bisschen nach Bauernregel - also ziemlich unzuverlässig. Trotzdem gibt es unter den zahlreichen Bauernregeln zwei, die auch für den Wetterexperten Thomas Ruppert relevant sind:

  • Siebenschläfer-Regel (27. Juni): "Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag"

Thomas Ruppert von DWD rät zwar, noch ein paar Tage abzuwarten, aber tendenziell trifft diese Regel zu. Das heißt: Aus der Wetterlage Anfang Juli lässt sich der Wettertrend für die nächsten Wochen ablesen.

  • Dreikönigstag (06. Januar): "War bis Dreikönig kein rechter Winter, dann kommt auch keiner mehr dahinter."

Auch diese Regel trifft - ähnlich wie die Siebenschläfer-Regel - in zwei von drei Fällen zu und deutet so auf einen Langzeit-Wettertrend hin.

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