Messengerdienst

WhatsApp: Mit härteren Regeln gegen Gerüchte

Nachrichten und Bilder dürfen bei WhatsApp jetzt nur noch an höchstens fünf andere Nutzer oder Chatgruppen gleichzeitig weitergeleitet werden. Damit soll verhindert werden, dass sich Gerüchte und Falschmeldungen schnell und in großem Maßstab verbreiten.

Bisher war es möglich, Videos, Fotos oder lustige Nachrichten an 20 Chats gleichzeitig weiterzuleiten. Ab heute (22. Januar 2019) geht das nicht mehr. Wer eine Nachricht an mehr als fünf Personen weiterleiten möchte, muss das mit mehr Aufwand machen. Bei 20 Empfängern müssen wir den Vorgang jetzt insgesamt viermal wiederholen. Die neue Version der Weiterleiten-Funktion von Whatsapp gibt es seit heute für Android-Geräte, im nächsten Schritt soll sie auch für Apple-Geräte entwickelt werden.

In den vergangenen Jahren sind über Whatsapp extrem viele Falschmeldungen und Gerüchte verbreitet worden. Durch die neue Einschränkung hofft die Facebook-Tochter offenbar, dass sich solche Falschmeldungen nicht ganz so krass verbreiten.

Lynchmobs wegen Falschmeldungen

In Indien haben per Whatsapp massenweise verbreitete Falschmeldungen sogar dazu geführt, dass mindestens 20 Menschen von wütenden Mobs gelyncht wurden. Irgendjemand hatte das Gerücht in die Welt gesetzt, sie hätten Kinder entführt. Und dieses Gerücht hatte sich dann rasend schnell verbreitet. Wegen dieser Vorfälle hatte die indische Regierung Whatsapp damals aufgefordert, etwas gegen Falschmeldungen zu unternehmen. Das Unternehmen hat diese eingeschränkte Weiterleitungsfunktion daher dort schon im vergangenen Jahr eingeführt.

Auch in Nigeria hatten Falschmeldungen einen Konflikt zwischen Volksgruppen wieder eskalieren lassen – allerdings richtete sich die Kritik hier auch gegen Facebooksposts, die die Falschmeldungen verbreitet hatten.

Die Party-Einladung kann weiterhin ans gesamte Adressbuch verschickt werden

Bei der neuen Einschränkung geht es ganz konkret nur ums Weiterleiten. Unsere Party-Einladung können wir nach wie vor gleichzeitig an alle unsere Freunde verschicken. Der Grund: Beim Weiterleiten ist irgendwann nicht mehr klar, von wem eine Nachricht ursprünglich stammt. Und genau das ist der Punkt, um den es Whatsapp geht.

"Mit einem Zwischenschritt mehr, lassen sich die Sachen ja auch weiterhin an einen großen Kreis weiterverbreiten."
Franziska Zecher, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion

Ob die Weiterleitungseinschränkung für Whatsapp-Nachrichten jetzt so viel bringt, muss sich zeigen. Denn schließlich ist es nur eine kleine Hürde. Unmöglich ist das Weiterleiten von Falschmeldungen dadurch jedenfalls nicht geworden.

Mehr zum Thema:

  • Whatsapp: Probleme mit Fake News in Indien  |   Wenn es um Gerüchte und Fake News in sozialen Netzwerken geht, wird vor allem auf Facebook verwiesen. Dabei läuft die Verbreitung in vielen Ländern über den Messenger Whatsapp.
  • Gadgets und Netzpolitik: Was 2019 wichtig wird  |   Diese Themen werden 2019 unter anderem wichtig: Sprachassistenten, mobiles Netz und mehr Datenschutz. Ein kurzer Ausblick auf das neue Netz-Jahr.
  • Betrüger nutzen Back-up-Sorgen von Whatsapp-Usern aus  |   Whatsapp ist kostenlos. Nach der Übernahme durch Facebook wurde die Jahresgebühr von 89 Cent für den Messenger abgeschafft. Trotzdem fallen einige User gerade auf Betrüger herein, die für ein Jahr Whatsapp-Nutzung 59 Euro verlangen.