Ein Banklogo, das als solches zu erkennen ist, das es aber nicht gibt, wird zum Beispiel in Spielfilmen benötigt, in denen ein Banküberfall zu sehen ist. Julian Ahlers und seine Firma machen genau das: Logos und andere Requisiten für Filmdrehs.

In einem in Deutschland produzierten Film, der in einem öffentlich-rechtlichen oder privaten Sender läuft, dürfen keine Produkte zu sehen sein, die als Schleichwerbung gelten könnten. So sieht es der Rundfunkstaatsvertrag vor. Und so kann es sein, dass das Originaletikett einer Colaflasche, die auf dem Esstisch steht und in der Szene zu sehen ist, ersetzt werden muss. Auch der Originalschriftzug "Google" wird in der Regel durch einen anderen ersetzt, wenn gezeigt werden soll, dass im Netz etwas gesucht wird.

Fake-Etiketten in Filmen und Serien vermeiden Schleichwerbung

Deshalb wenden sich die Film- und Serien-Produktionsfirmen an Dienstleister wie Julian Ahlers. Er hat sich mit seiner Firma darauf spezialisiert, Filmsets mit Produkten auszustatten, die einerseits dem Zuschauer im besten Fall nicht auffallen, andererseits in Sachen Schleichwerbung unbedenklich sind, weil es sie nicht zu kaufen gibt.

"Was wir viel verkaufen, sind Zigarettenverpackungen ohne Warnhinweise. Im Film sagt man immer 'Optik vor Logik'. Und weil die Fotos auf den Verpackungen unattraktiv sind, lassen wir die weg."
Julian Ahlers, stattet Filme mit Requisiten aus

Die Standard-Produkte, die Julian an die Filmproduzenten verkauft, sind selbst entworfene Etiketten für Bier- und Champagnerflaschen. "Bier geht immer", sagt er. "Und Champagner komischerweise auch. Kein Sekt. Champagner." Die Etiketten können die Requisiteure dann zum Beispiel selbst auf entsprechende Flaschen kleben, die am Set verwendet werden.

Manchmal wird für eine Filmszene ein kleines Corporate Design benötigt

Etiketten für Flaschen, Verpackungen, Marmeladengläser und Haushaltsprodukte gehören zum Standard-Repertoire von Julian. Individueller und aufwendiger wird es, wenn ganze Sets mit einem kleinen Corporate-Design ausgestattet werden sollen.

Bei einem Banküberfall zum Beispiel müssen das Banklogo, Beschriftungen von Schaltern, Plakate und Flyer entworfen werden. Auch diese sollen die Kriterien erfüllen, möglichst nicht aufzufallen und gleichzeitig zu keiner echten Bank zu gehören. "Außerdem hat keine deutsche Bank Lust darauf, in einem Tatort überfallen zu werden", sagt Julian.

"Die Produktionsfirma kann es sich nicht leisten, eigene Möbel herzustellen. Die, die im Film zu sehen sind, könnten wir also auch bei uns zu Hause haben."
Julian Ahlers, stattet Filme mit Requisiten aus

Bei manchen Produkten ist der Ersatz aber schwierig bis unmöglich: Autos zum Beispiel. Julian: "Die Produktionsfirma kann ja nicht bei uns anrufen und sagen: Baut uns mal ein Auto." Das wiederum hat zur Folge, dass Autos benutzt werden, die man auch kaufen kann - und dass der Verdacht der Schleichwerbung bei manchen Filmen manchmal nicht ganz ausgeräumt werden kann.

Offline-Smartphone simuliert Anrufe und Nachrichten

In fast jedem Film ist inzwischen irgendeine Aktion mit einem Smartphone zu sehen. Julian und seine Kollegen haben dafür ein "Movie-Phone" entwickelt, das er an die Produktionsfirmen vermietet. Das arbeitet komplett offline, ohne SIM-Karte und, so Julian, "kann alles, was in einem Film so gebraucht wird, simulieren: Anrufe, Nachrichten, eingehende Fotos".

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