Kapuzineraffen verstehen relativ schnell die Bedeutung von "Geld" und wie sie es einsetzen können. Auch sparen ist ihnen nicht fremd.

Wissenschaftler haben Kapuzineraffen große Metalldichtungsringe als Münzen gegeben und ihnen beigebracht, dass sie diese gegen Äpfel, Birnen, Trauben und andere Leckereien eintauschen können, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Biologe Mario Ludwig.

Die Affen haben schnell gelernt, dass nicht jedes Geldstück gleich viel wert ist. Sie begriffen innerhalb weniger Tage, dass sie beispielsweise für größere Steinchen besondere Leckereien bekommen und für die kleineren die weniger beliebten. Unter den Schimpansen waren sogar welche, die nicht gleich ihr ganzes Geld ausgaben, sondern ihre Münzen auch zurücklegten, um damit später einzukaufen.

Geld verdirbt auch bei Affen den Charakter

Allerdings lernten die Affen auch, zu tricksen. Ein Kapuzineräffchen schummelte unter die Dichtungsringe eine Gurkenscheibe, die eine gewisse Ähnlichkeit hatte und bezahlte mit dem "Falschgeld". Ein Männchen ging sogar so weit, einem Weibchen Geld für Sex anzubieten. Sie ging darauf ein. Mit dem Geld hat sie sich anschließend Trauben gekauft.

Feine Antennen für ungleiche Bezahlung

Der niederländische Verhaltensforscher Frans de Waal hat bei einem Versuch Kapuzineraffen zunächst einmal mit Geld – also Steinen - ausgestattet. Dann steckte er zwei Affen in zwei nebeneinanderliegende Käfige, so, dass sich die beiden Affen sehen konnten. Er bot ihnen jeweils Gurkenscheiben im Tausch gegen Geld an. Beim zweiten Experiment bot aber Frans de Waal den Affen nicht das Gleiche fürs gleiche Geld, sondern dem einen eine Gurkenscheibe und dem anderen die höher wertigen Trauben.

Der Affe mit der Gurkenscheibe prüfte zunächst sein Geld, ob damit noch alles in Ordnung sei. Nachdem er sich versicherte, dass es das war, drehte er durch und hat den Verhaltensforscher mit der Gurkenscheibe beworfen, die Zähne gefletscht, wie ein Irrer getobt und jeglichen weiteren Tauschhandel verweigert.

Aber nicht nur Affen können lernen mit Geld umzugehen, auch Delfine verstehen die Tauschbedeutung. Delfindame Kelly im Institute for Marine Mammal Studies in Missisippi hat gelernt, gegen Geld ihr Becken von Müll zu säubern. Auch Kelly hat gelernt, zu tricksen: Sie brachte beispielsweise nicht ein ganzes Stück Papier zu ihrem Betreuer, um einen Fisch zu bekommen, sondern dieses in kleine Stücke zerfetzt und sie einzeln abliefert, um so mehr Fische zu bekommen.

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